Alle Infos zum Gewürz Muskat

Beschreibung

Die Muskatnuss ist eigentlich gar keine Nuss, sondern der Samenkern der hellgelben, fleischigen Frucht des immergrünen weiblichen Muskatnussbaums (Myristica fragrans). Sie enthält ätherische Öle, die für den feinen Geschmack verantwortlich sind. Die bräunlichen, leicht runzligen Samen finden deshalb hauptsächlich als Gewürz Verwendung. Den Geschmack kann man als warm und würzig, süßlich und bitter, feurig und pfeffrig umschreiben.

 

Die ovalen, etwa zwei Zentimeter langen Muskatnüsse werden nach ihrer Masse in Qualitätsklassen eingestuft. Runde, kleine Nüsse sollen am intensivsten sein. Die Sortierung 60/65 beispielsweise bezeichnet, dass ein englisches Pfund (etwa 453 Gramm) 60 bis 65 Muskatnüsse sind. Gängige weitere Sortierungen sind 80/85 und 110. Dunkel und trocken kann die Muskatnuss viele Jahre gelagert werden, bevor sie mit Hilfe der Muskatreibe GRETA ihren herrlichen Duft verströmt.

Herkunft

Ursprünglich auf den indonesischen Molukken (auch Gewürzinseln genannt) beheimatet, werden Muskatnussbäume heute auch in anderen Gebieten im tropischen Asien, in Südamerika und in Afrika kultiviert. Hauptproduzenten sind Indonesien und die kleine Antilleninsel Grenada, die etwa ein Viertel der Welternte liefert. Jährlich werden weltweit ungefähr 10.000 Tonnen Muskatnüsse geerntet.


Der deutsche Name Muskatnuss entstand aus der lateinischen Bezeichnung nux moschata, was übersetzt moschusduftende Nuss bedeutet. Über den Gewürzhandel arabischer Händler in den Mittelmeerraum gelangte die Muskatnuss bereits im Mittelalter nach Mitteleuropa. Dort galt sie im Kreis der Mächtigen und Reichen als Statussymbol. Nachdem die Portugiesen zu Beginn des 16. Jahrhunderts den Seeweg zur Muskatnuss fanden, führten die Kolonialmächte brutale Kriege um das "Gold Ostindiens", das auch fälschlicherweise als Heilmittel gegen die Pest galt. Die Niederlande sicherten sich das Handelsmonopol 1621 mit der Eroberung der Banda-Inseln und bauten es 1667 durch den Tausch Manhattans mit den Briten gegen das mit Muskatnussbäumen bewachsene Inselchen Run für die nächsten 150 Jahre aus. Erst gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde wieder friedlich mit dem kostbaren Gewürz gehandelt.

Verwendung

Die Muskatnuss wird überwiegend als Küchengewürz verwendet und sollte immer frisch gerieben werden. Sie sollte  sparsam am Ende der Garzeit hinzugegeben werden, denn schnell verflüchtigt sich das intensive Aroma.

Bei Gerichten wie Kartoffelbrei, Bechamel-Sauce oder Lebkuchen ist sie kaum wegzudenken. Sie verfeinert aber auch Spinat, Rosenkohl, Brühen, Hackfleisch, Eiergerichte, Käsesaucen und vieles mehr.

An zahlreichen Süßspeisen mach sich Muskat ebenfalls gut: Sei es Weihnachtsgebäck, Apfel-, Birnen- oder Pflaumenkompott, heiße Vanillesoße oder Reisnachtische.

Getränken wie Glühwein oder Punsch kann Muskatnuss ein feine Note verleihen. Besonders auf dem Cocktail Jean Gabin ist sie empfehlenswert. Und ein Glas heiße Muskatmilch hilft beim Einschlafen.

 

Muskatnuss wird auch in der traditionellen Heilkunde als Medizin eingesetzt. Kleine Mengen von Muskatnuss wirken adstringierend, antibakteriell und krampflösend. In der Homöopathie und bei der Herstellung von kosmetischen Artikeln findet sie ebenfalls Verwendung. Erst die Dosis macht das Gift: Eine Überdosierung (ab etwa vier Gramm) kann zu Kopfschmerzen, Schwindelanfälle, Wahrnehmungsstörungen und Übelkeit führen, da die Nuss den psychoaktiven Wirkstoff Myristicin enthält. Durch die unangenehmen bis lebensgefährlichen Begleiterscheinungen beim übermäßigen Muskatverzehrt taugt die Nuss nicht als Droge.